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Aktuelles
Stellungnahme der Bundesvereinigung Psychologiestudierender (BV) im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BPD) zum Bildungsstreik am 17.11.2009 Am 17.11.2009 wurde an ca. 50 Universitäten in Deutschland und im deutschsprachigen Raum eine Vollversammlung der Studierenden einberufen, mit dem oftmals vor Ort abgestimmten Beschluss, die Universitäten in der Ausführung ihres Lehrangebots für unbestimmte Zeit zu bestreiken. Die bundesweite Koordination, bzw. das kommunikative Netzwerk bildet die Initiative „Bildungsstreik 2009“ ( www.bildungsstreik2009.de , Kontakt: info at bildungsstreik2009.de ). War diese Initiative originär rein studentisch organisiert, sind inzwischen auch Schülergruppen integriert. Zudem existieren inzwischen wesentliche Bündnisse mit studentischen Gremien und Hochschulgruppen, demokratischen (partei-) politischen Organisationen und NGO`s. Weiterhin werden die Streiks und Demonstrationen (s. München, Berlin) auch von Gewerkschaften, wie ver.di und GEW unterstützt. Sinn und Ziel des Bestreikens sind die nicht erst aktuell vorgefundenen Ausbildungsumstände, welchen sich Studierende an deutschen Hochschulen ausgesetzt fühlen. Hierzu zählen: - Einschränkungen bezüglich der Ausbildungsfreiheiten und –ressourcen durch „starre“ Ausbildungsvorgaben der als defizitär befundenen Ba/Ma-Umsetzung des Bologna-Prozesses, - eine infrastrukturelle und finanzielle Unterversorgung der Universitäten und eine Unterversorgung des Lehrangebots, - eine bisher ausgebliebene adäquate Reaktion seitens der Parteien- und Regierungspolitik auf Fragen des Bildungswesens an Schulen und Hochschulen, - die entstehenden schichtbedingten Ausbildungsmöglichkeiten Studierender durch Ba/Ma-Bedingungen, in denen der Lehrstoff oftmals zeitlich komprimiert vermittelt wird – dadurch bleiben die Ressourcen zur oftmals notwendigen Eigenfinanzierung der Studierenden aus, - eine Ausbildungsstruktur, welche durch marktwirtschaftlich-konkurrenzbetonende Optionen geprägt ist und - eine wesentlich verkürzte, rein theoretische Ausbildung, in der ein sinnvoller Praxisbezug der Lerninhalte immer weiter ausgeschlossen wird. Die Forderungen stellen sich im weitesten Sinne folgend dar: - Abschaffung der Studiengebühren, - mehr finanzielle Mittel für die Schaffung von notwendigen Lehrräumen und lehrendes Personal, - eine zeitliche Entspannung der Lernanforderungen und die Dekomprimierung des Lernstoffes, - die garantierte Sicherstellung eines Masterangebotes für interessierte Studierende, - eine adäquate Gestaltung des Ba/Ma-Programms, NICHT dessen Abschaffung, - etc. – eine genauere Beschreibung findet sich unter o.g. Internetadresse www.bildungsstreik2009.de Die oben beschriebenen Umstände und Forderungen entsprechen auch und vor allem denen der jetzigen Studierenden der Psychologie, welche in mehr als 40 Fachbereichen an deutschen Universitäten vertreten sind. Da zukünftige psychologische Berufspraktikerinnen und Berufspraktiker schon jetzt der Unterstützung des psychologischen Berufsverbandes bedürfen, welcher sich der thematischen Aufnahme und der Auseinandersetzung im Namen eines hochqualifizierten Berufsfaches bereits intensiv gewidmet hat, ist es umso wichtiger, dass die derzeitigen Bedingungen in einem sinnvollen Maße wahrgenommen werden. Die BV als Studierendenvertretung des BDP’s sieht hier ihre Aufgabe, reale Ausbildungsverhältnisse seitens der Studierenden in einem fortschreitenden Zeitraum zu erfassen, so dass auch die Berufspraxis adäquate Antworten finden kann. Die Konsequenzen, welche sich durch solch defizitär empfundene Ausbildungsmöglichkeiten ergeben, können sonst kaum erst in der späteren Berufspraxis aufgefangen werden. Sebastian Wozny i.A. der Bundesvereinigung Psychologiestudierender (BV) 2009/10 im Berufsberband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) |
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